Betreuungsgebiete

Die Biologische Station in der StädteRegion Aachen betreut (siehe Aufgaben: Fachliche und praktische Gebietsbetreuung) derzeit um die 20 Gebiete im Aachener Land. Hierbei handelt es sich meist um ausgewiesene, sichergestellte oder geplante Naturschutz- sowie Landschaftsschutzgebiete.
Viele dieser Gebiete werden langfristig von der Station begleitet (Betreuungsgebiete). Zum Teil arbeitet die Biologische Station aber auch nur für einen gewissen Projektzeitraum in den Gebieten (Projektgebiete).

Naturschutzgebiet Hammerberg

gelbes galmei-veilchen hammerberg viola calaminaria

Gelbes Galmei-Veilchen

Das 42,3 ha große Naturschutzgebiet Hammerberg liegt südöstlich von Stolberg. Große Teile des Gebietes sind als Fauna-Flora-Habitat -Gebiet (DE-5203-306 Hammerberg)  ausgewiesen und stehen unter europäischem Schutz.

Schwermetallrasen, gut ausgeprägte Glatthaferwiesen sowie unterschiedliche Waldstandorte machen die Schutzwürdigkeit des Gebietes aus. Viele der dort wachsenden alten Eichen sind wegen der ehemals starken Schwefeldioxid-Emissionen durch die benachbarte Schwermetallindustrie bizarr gestaltet und sollten als historisch entstandenes Landschaftsbildelement erhalten werden. Die besonders geschützten Schwermetallrasen machen lediglich 2,5 % der Betreuungsfläche aus. Sie sind jedoch teilweise in einem sehr guten Zustand und beinhalten alle typischen Galmeiarten wie das Gelbe Galmei-Veilchen (Viola calaminaria), das Galmei-Hellerkraut (Noccaea caerulescens ssp. sylvestris) und die Galmei-Miere (Minuartia caespitosa). Das Gelbe Galmei-Veilchen kommt weltweit nur auf den Galmeierzzügen im Raum Stolberg bis Ostbelgien vor.

Am Hammerberg breiten sich der Adlerfarn und die Verbuschung seit Jahren stark aus. Deshalb werden Pflegemaßnahmen zum Erhalt der seltenen Galmeivegetation bereits seit 1986 ausgeführt. Neben der jährlichen Mahd der Galmeiwiesen wurden auch Plaggenhiebe und Entbuschungen durchgeführt. Beim Plaggenhieb wird die humose, nährstoffreichere Bodenoberschicht abgetragen, so dass das Ausgangsgestein wieder vorliegt. Auf dieser so freigelegten, nährstoffarmen Bodenschicht können sich die konkurrenzschwachen, aber an Nährstoffarmut und erhöhten Schwermetallgehalt angepassten Galmeiarten gegenüber anderen ansonsten konkurrenzstärkeren Arten durchsetzen. Seit dem Jahr 2000 erfolgt im Rahmen des Schafbeweidungskonzeptes eine extensive Beweidung in den Sommermonaten. Dies hat den Vorteil, dass große Teile konkurrierender Kräuter von den Schafen gefressen werden und bei der Mahd lediglich der Adlerfarn anfällt und beseitigt werden muss.