Der Steinkauz

Suchbild: Wer findet den Steinkauz?

lebensraum streuobstwiese

Lebensraum Streuobstwiese

steinkauz auf sitzwarte

Steinkauz auf Sitzwarte

Mit ca. 4500 – 5000 Brutpaaren leben  drei Viertel des deutschen Steinkauzbestandes in Nordrhein-Westfalen. Während der Steinkauz in der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten non NRW „nur“ als gefährdet eingestuft wird, gilt er in der aktuellen Roten Liste von Deutschland insgesamt als stark gefährdet (Kategorie 2). Die Niederrheinische Bucht ist der Verbreitungsschwerpunkt des Steinkauzes in Deutschland. Der Kreis und die Stadt Aachen werden hingegen nur bis zu einer südlichen Grenze (Schmithof - Breinig - Gressenich) und auch hier nur mit einer vergleichsweise geringen Dichte besiedelt. Die Höhenlagen werden aus klimatischen Gründen, z.B. wochenlange Schneebedeckung, gemieden.

Der Steinkauz besiedelt im Kreisgebiet vorwiegend alte Streuobstbestände sowie Weiden mit Kopfbäumen und Schneitelbuchen. Hier findet er sowohl ausreichend Nahrung als auch geeignete Bruthöhlen. Als Brutplatz werden neben natürlichen Baumhöhlen  auch entsprechende Brutmöglichkeiten in künstlichen Röhren seltener auch in alten Gemäuern angenommen.

Hauptursache für einen vergleichsweise kontinuierlichen Rückgang der Brutpaare in vielen Gebieten ist die parallel verlaufende Zerstörung des Lebensraumes: Flurbereinigung, Abholzung alter Streuobstbestände und Kopfbäume oder die Vernichtung ortsnaher Weideflächen durch Neubausiedlungen. Zusätzlich wirken sich auch Pestizideinsatz und der zunehmende Autoverkehr negativ auf den Bestand aus. Der Steinkauz kann somit als guter Indikator einer naturnahen dörflichen Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen gelten.

Der Verbreitungsschwerpunkt des Steinkauzes befindet sich mit 28 Revieren (Stand 2003) südlich von Aachen, im sog. Münsterländchen. Das leicht hügelige Gebiet ist durch teilweise noch reich strukturierte Dauerweiden geprägt. Im Nordkreis weisen beispielsweise die Ortschaften Weiden und Niederbardenberg bei Würselen bzw. Herzogenrath eine vergleichsweise hohe Dichte auf. Ansonsten ist der Nordkreis aufgrund der intensiven Agrarlandschaft und des hohen Besiedlungsdrucks weitgehend geräumt. In den Ortsrandlagen finden sich nur noch vereinzelt Brutreviere.

Im Kreis und in der Stadt Aachen laufen durch die Biologische Station bzw. durch den NABU intensive Schutzbemühungen, die auch durch die finanzielle Unterstützung der  HIT-Stiftung mit getragen werden. In den letzten Jahren wurden zur kurzfristigen Stabilisierung der Steinkauzbestände in der Region ca. 100 Steinkauzröhren in geeigneten Biotopen angebracht.

Mittelfristig kann das Überleben des Steinkauzes allerdings nur durch den Schutz und Erhalt seines Lebensraumes gesichert werden. Dies bedeutet für den Raum Aachen einen nachhaltigen Schutz und eine regelmäßige Pflege der bestehenden Obstwiesenbestände. Zur Förderung der Streuobstwiesen pflanzt die Biologische Station jährlich 100-200 hochstämmige Obstbäume, bietet Schnittkurse an und vermarktet seit 1999 einen regionalen Apfelsaft von Streuobstwiesen.

Weitere Informationen

Steckbrief des Steinkauzes

Steinkauz

Steinkauz © Doris Siehoff

lat. Name: Athene noctua

Kennzeichen und Verhalten: Der Steinkauz ist im Rheinland unsere kleinste Eulenart. Grundfarbe braun, hell gesprenkelt. Augen gelb. Ruf: ein helles durchdringendes „kwiu“. Vorwiegend dämmerungs- aber z.T. auch tagaktiv. Ansitzjäger. Reviergröße 10 - 40 ha.

Nahrung: Als Nahrung bevorzugt der Steinkauz Kleinsäuger, insbesondere Mäuse, die von einer „Ansitzwarte“ erbeutet werden. Er jagt aber auch Kleinvögel, Insekten und sogar Regenwürmer.

Natürliche Feinde: Hierzu zählen vor allem Habicht, Waldkauz und Steinmarder. Natürliche Verluste durch Prädatoren oder strenge, schneereiche Winter werden von einer stabilen Population allerdings schnell ausgeglichen.

Fortpflanzung: Legezeit Mitte April bis Mitte Mai, 1 Jahresbrut, meistens 3-5 weiße Eier. Das Weibchen brütet etwa 25-30 Tage allein und wird vom Männchen mit Nahrung versorgt. Junge verlassen die Höhle mit etwa 35 Tagen.

Bestand: Im Frühjahr 2003 konnten durch eine flächendeckende Kartierung durch 31 ehrenamtliche Kartiererinnen und Kartierer (hauptsächlich Mitglieder des NABU Aachen Land, des NABU Stadtverbandes Aachen sowie der BUND Ortsgruppe Eschweiler) im gesamten Stadt- und Kreisgebiet von Aachen mindestens 79 Reviere nachgewiesen werden. 67 Reviere lagen hierbei im Bereich von Streuobstwiesen.

Schutzmaßnahmen: Entsprechend den Gefährdungsursachen muss der Schwerpunkt aller Schutzbemühungen auf dem Erhalt und der Neuschaffung geeigneter Lebensräume liegen. In der Aachener Region gilt es insbesondere, reich strukturierte Grünlandflächen (inkl. Kopfbäume, Hecken, alter Streuobstbestände) zu sichern. Darüber hinaus müssen solche Strukturen wieder neu geschaffen werden. Da in den sechziger bis achtziger Jahren fast keine hochstämmigen Obstbäume gepflanzt wurden, ist das Anbringen künstlicher Brutröhren oftmals notwendig.

Gefährdung und Schutz: deutschlandweit stark gefährdet (Rote Liste 2), in ganz NRW sowie in der Teilregion Eifel gefährdet (Rote Liste 3)