Betreuungsgebiete

Die Biologische Station in der StädteRegion Aachen betreut (siehe Aufgaben: Fachliche und praktische Gebietsbetreuung) derzeit um die 20 Gebiete im Aachener Land. Hierbei handelt es sich meist um ausgewiesene, sichergestellte oder geplante Naturschutz- sowie Landschaftsschutzgebiete.
Viele dieser Gebiete werden langfristig von der Station begleitet (Betreuungsgebiete). Zum Teil arbeitet die Biologische Station aber auch nur für einen gewissen Projektzeitraum in den Gebieten (Projektgebiete).

NSG Struffelt

Glockenheide
moor struffelt naturschutzgebiet
Stege Struffelt
Struffelt Wiese
Karte Struffelt

Das 118 ha große Naturschutzgebiet Struffelt liegt südlich von Roetgen-Rott. Auf der Bergkuppe erhebt sich aus den umliegenden Wäldern eine offene Heidelandschaft. Diese Landschaft ist durch eine ehemalige Niederwald- und Weidenutzung entstanden und bietet vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. In feuchten Heidebereichen ist die Glockenheide (Erica tetralix) eine charakteristische Art. Sie gedeiht am Struffelt dort, wo der Boden aufgrund  des lehmigen, stauenden Untergrundes regelmäßig nass ist.

Heide- und Moorflächen mit einzeln stehenden Bäumen sind typische Brutgebiete für den Baumpieper (Anthus trivialis). Am Struffelt ist diese Art ein häufiger Brutvogel (14 Brutpaare 2004). Ebenso kann das Schwarzkehlchen (Saxicola torquata) nach einer deutlichen Zunahme in Nordrhein-Westfalen seit einigen Jahren wieder am Struffelt beobachtet werden. Im Jahr 2004 brüteten hier drei Brutpaare.

Auf ca. 50 % der Schutzgebietsfläche konnte sich infolge von Nutzungsaufgabe inzwischen allerdings der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) ausbreiten. Durch die Massenbestände dieses hochwüchsigen Farns werden viele typische Tier- und Pflanzenarten der Heiden bzw. Feuchtheiden verdrängt. Einige ehemalige Brutvogelarten wie beispielsweise der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), die eine lückige Bodenvegetation zum Brüten benötigen, haben schlechte Chancen.

Deshalb hat die Biologische Station 2003 in Abstimmung mit dem Aachener Land, dem Heimatverein Rott, dem Forstamt Hürtgenwald und weiteren  Beteiligten ein vorläufiges Pflegekonzept entwickelt. Ziel ist es, den offenen Charakter der Landschaft und damit den Lebensraum für Offenlandarten zu erhalten.  Durch eine Beweidung mit Schafen sollen die historische Nutzung der Waldweide nachgeahmt und damit die Arten der offenen Heide- und Moorlandschaft gefördert werden. In kleineren Teilbereichen werden alternativ verschiedene Methoden (Knüppeln, Mulchen, Abplaggen) zur Regenerierung der Heidegesellschaften ausprobiert.

Um zu überprüfen, wie die Pflanzenwelt auf die Pflegemaßnahmen reagiert, werden kleinere abgegrenzte Flächen, so genannte Dauerquadrate, regelmäßig untersucht. Weiterhin wird die Entwicklung der Vogelfauna auch unter Mithilfe von Ehrenamtlichen beobachtet.