Betreuungsgebiete

Die Biologische Station in der StädteRegion Aachen betreut (siehe Aufgaben: Fachliche und praktische Gebietsbetreuung) derzeit um die 20 Gebiete im Aachener Land. Hierbei handelt es sich meist um ausgewiesene, sichergestellte oder geplante Naturschutz- sowie Landschaftsschutzgebiete.
Viele dieser Gebiete werden langfristig von der Station begleitet (Betreuungsgebiete). Zum Teil arbeitet die Biologische Station aber auch nur für einen gewissen Projektzeitraum in den Gebieten (Projektgebiete).

Steinbruchgebiete Bernhardshammer - Binsfeldhammer, Bärenstein und Brockenberg

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Bernhardshammer - Binsfeldhammer

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Bei den Naturschutzgebieten "Bernhardshammer - Binsfeldhammer" (82 ha), "Bärenstein" (27 ha) und "Brockenberg" (32 ha) südlich und östlich von Stolberg handelt es sich um ehemalige Steinbrüche. Die Gebiete stehen aufgrund ihrer europaweiten Bedeutung als Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete DE-5203-309 Steinbruchbereich Bernhardshammer und Binsfeldhammer, DE-5203-305 Bärenstein, DE-5203-303 Brockenberg) auch unter europäischem Schutz.

Die Schutzgebiete sind durch mehrere Kalksteinaufschlüsse, Schürfstellen und Ablagerungen von Galmeierzen gekennzeichnet. Große Teile sind seit Jahren bzw. Jahrzehnten der natürlichen Sukzession, also freien Entwicklung, überlassen. Temporäre und permanente Kleingewässer, Pionierwälder, Schlehen-Weißdorn-Gebüsche, aufgelassene Abraumhalden, Wiesen, Weiden sowie Waldbestände unterschiedlichster Nutzungsintensität führen zu einer extrem hohen Strukturvielfalt.

Wegen des Vorkommens vieler gefährdeter Pflanzen- und Tierarten kommt den Gebieten eine sehr hohe ökologische Bedeutung zu. Im Binsfeldhammer werden z.B. großflächige Offen- und Halboffenlandbereiche vom Neuntöter (Lanius collurio) und der Heidelerche (Lullula arborea) bewohnt. Durch die Strukturvielfalt der ehemaligen Steinbrüche finden hier außerdem Tagfalter, Heuschrecken, Amphibien und andere Tiere einen Lebensraum. Auch für Pflanzen stellen die Gebiete wertvolle Standorte dar, so kommen hier beispielsweise Gelbes Galmei-Veilchen (Viola calaminaria) und andere schützenswerte Pflanzenarten vor.

Die Pflege- und Entwicklungspläne enthalten Vorgaben für erforderliche Biotopschutzmaßnahmen. Ziel ist u.a. die Erhaltung der überregional bedeutsamen Galmeifluren. Weiterhin sollen die Lebensräume von europaweit geschützten Arten, z.B. Heidelerche und Neuntöter, erhalten werden.

Im Rahmen der Gebietsbetreuung werden Entbuschungen von Galmei- und Magerrasen durch Mitarbeiter der Biologischen Station koordiniert und umgesetzt. Plaggenhiebe zum Erhalt von Galmeifluren sowie die  Anlage und Pflege von Kleingewässern gehören ebenfalls zum Aufgabenfeld der Biologischen Station wie auch die Beseitigung von einigen neu eingebürgerten Pflanzen (sog. Problem-Neophyten), insb. Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) und Japan-Knöterich (Fallopia japonica). Zwei Wanderschäfer pflegen etwa 30 ha der Magerrasen mit ihren Schaf- und Ziegenherden über das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP).