Betreuungsgebiete

Die Biologische Station in der StädteRegion Aachen betreut (siehe Aufgaben: Fachliche und praktische Gebietsbetreuung) derzeit um die 20 Gebiete im Aachener Land. Hierbei handelt es sich meist um ausgewiesene, sichergestellte oder geplante Naturschutz- sowie Landschaftsschutzgebiete.
Viele dieser Gebiete werden langfristig von der Station begleitet (Betreuungsgebiete). Zum Teil arbeitet die Biologische Station aber auch nur für einen gewissen Projektzeitraum in den Gebieten (Projektgebiete).

Naturschutzgebiet Feuer-Laufenbachtal

fieberklee feuerbach

Fieberklee

moorlilie (narthecium ossifragum) feuerbach

Moorlilie (Narthecium ossifragum)

entbuschungsmaßnahmen feuerbach

Entbuschungsmaßnahmen

blumen im feuerbachtal

Das 64 ha große Naturschutzgebiet Feuerbach-Laufenbachtal erstreckt sich westlich von Konzen in südlicher Richtung bis zur Blumenauer Mühle kurz vor Monschau.

Schützenswert ist das Gebiet aufgrund seines vielgestaltigen Biotopkomplexes mit mehreren in NRW seltenen und gefährdeten Pflanzengesellschaften sowie Tier- und Pflanzenarten. Neben den imposanten natürlichen Felswänden, zu deren Füßen der noch naturnahe Laufenbach in einem asymmetrischen Bachtal fließt, sind großflächige Nieder- und Zwischenmoore prägend.

Es handelt sich dabei zum größten Teil um Hangversumpfungsmoore. Oberflächennahes Wasser tritt am Fuße eines Hanges aus und vernässt in diesem Bereich den Boden. Die ganzjährige Überstauung mit Wasser verhindert, dass organisches Material zersetzt wird und es entsteht daraus Torf. Diese Moorbereiche sind sehr sauer und nährstoffarm. Von ihrer Nährstoffversorgung liegen sie zwischen den etwas nährstoffreicheren Niedermooren und den noch nährstoffärmeren Hochmooren. Deshalb wird dieser Moortyp auch Zwischenmoor genannt. Von dieser Zwischenstellung zeugt beispielsweise die Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), die ansonsten eher in Hochmooren zu finden ist. Neben den weitgehend offenen Moorbereichen sind auch natürliche Weidengebüsche und Relikte von Moorbirken-Bruchwäldern weit verbreitet.

Besonders eindrucksvoll sind zur Blütezeit der Fieberklees (Menyanthes trifoliata) und die Massenbestände der Moorlilie (Narthecium ossifragum). Ebenfalls Bewohner der offenen Zwischenmoorbereiche sind der in Eifel stark gefährdeter Sumpf-Grashüpfer (Chorthippus montanus) sowie die Kurzflügelige Beißschrecke (Metrioptera brachyptera).

Leider sind viele ökologisch bedeutsame Flächen im 20igsten Jahrhundert mit Fichten aufgeforstet worden. Ferner wird den Mooren durch Entwässerungsgräben das Wasser entzogen. Die Torfschicht wird belüftet und kann von Mikroorganismen zersetzt werden. Der Torfboden und damit auch die darauf angewiesenen Moorpflanzen verschwinden mit der Zeit.

 Daher hat die Biologische Station private Fichtenforste auf wertvollen Moorstandorten mit finanzieller Unterstützung der NRW-Stiftung aufgekauft. Ziel ist es, die naturfernen Fichtenbestände gänzlich aus den ökologisch bedeutsamen Bereichen zu entfernen und die durch Entwässerungsmaßnahmen beeinträchtigten Moore durch Schließen der Gräben und die dadurch einsetzende Wiedervernässung zu regenerieren.  Erste Maßnahmen wurden 2005 im Rahmen des Interreg III-Projektes „Heiden-Moore“durchgeführt. Bis 2009 wurden die Fichtenforste auf 8 Hektar entfernt, Einzelfichten auf 2 Hektar entnommen und 4 Hektar wiedervernässt. Anhand der Ausbreitung der Torfmoose und der Moorlilie ist die Moorregeneration sichtbar. Kleine in Randbereichen des Naturschutzgebietes gelegene Grünlandlflächen wurden entbuscht und  werden nun im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms extensiv bewirtschaftet.