Betreuungsgebiete

Die Biologische Station in der StädteRegion Aachen betreut (siehe Aufgaben: Fachliche und praktische Gebietsbetreuung) derzeit um die 20 Gebiete im Aachener Land. Hierbei handelt es sich meist um ausgewiesene, sichergestellte oder geplante Naturschutz- sowie Landschaftsschutzgebiete.
Viele dieser Gebiete werden langfristig von der Station begleitet (Betreuungsgebiete). Zum Teil arbeitet die Biologische Station aber auch nur für einen gewissen Projektzeitraum in den Gebieten (Projektgebiete).

Der Blausteinsee

blausteinsee
Karte Blausteinsee
Wiesenpieper

Wiesenpieper

haubentaucher blausteinsee

Haubentaucher

Allgemeine Gebietsbeschreibung / Lage

Der künstlich angelegte See in der Jülicher Börde, etwa 2 km nördlich von Eschweiler-Dürwiß gelegen, ist 220 ha groß und zur Zeit ca. 30 m tief (bei kompletter Füllung zukünftig ca. 40 Meter). Er liegt in einer Rekultivierungsfläche des abgeschlossenen Braunkohletagebaus Zukunft-West. Der Süden des Gebiets ist als Freizeit- und Erholungsbereich vorgesehen (Landfläche und ca. 2/3 des Sees), im Norden hingegen soll die Natur im Vordergrund stehen (Landfläche und ca. 1/3 des Sees). Im Offenland haben sich auf dem nährstoffarmen, kiesig-sandigen Untergrund Pionierarten angesiedelt. Einige Stellen sind vegetationsarm oder -frei. Neben rasenartigen Bereichen kommen auch gebüschreiche Strukturen vor.

Tiere und Pflanzen

Die umliegenden Flächen bieten u.a. Wiesenpieper (Anthus pratensis) und Schwarzkehlchen (Saxicola torquata), Rohrammer (Emberiza schoeniclus) und Feldlerche (Alauda arvensis) Brutmöglichkeiten. Weiterhin ist der Blausteinsee für viele Wasservogelarten als Rast- und Rückzugsplatz von Bedeutung. Bei Kartierungen wurden bis jetzt rund 72 Farn- und Blütenpflanzen festgestellt, bei Tauchuntersuchungen seltene Armleuchteralgen und Laichkräuter entdeckt. Neben den teilweise dominierenden Arten Natternkopf (Echium vulgare) und Gemeiner Steinklee (Melilotus officinalis) kommt auf den trockenen Ruderalbereichen u.a. auch das unscheinbare und gefährdete Kleine Filzkraut (Filago minima) vor.

Nutzungskonflikte

Der ernorme Freizeitbetrieb führt zu Beunruhigungen in der Tierwelt, teilweise kommt es auch zu Vegetationsbeeinträchtigungen. Die Trennung in Naturschutz- und Freizeitbereich funktioniert am und auf dem Blausteinsee nicht in ausreichendem Maße, so dass auch im Naturschutzbereichen starke Störungen auftreten. Dies führt zur Abwanderung sensibler Arten und zu geringerem Reproduktionserfolg. Eine Untersuchung der gegenwärtigen Situation und Optimierung der gegenwärtigen Bedingungen, in der die Vereinbarkeit von Naturschutz und Freizeitnutzung angestrebt wird, wäre hier wünschenswert.      

Der Wiesenpieper (Anthus pratensis) brütet am Boden und reagiert deshalb empfindlich auf Störungen z.B. durch freilaufende Hunde. Er zählt in NRW zu den gefährdeten Arten. Am Blausteinsee konnten im Jahr 2002 zehn Brutpaare festgestellt werden (s. Karte).

Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist ein oft zu beobachtender Nahrungsgast auf dem Blausteinsee. Trotz der bis zu zehn Individuen, die hier regelmäßig anzutreffen sind, fand sich im Uferbereich des Sees aufgrund mangelnder geeigneter Brutplätze (Röhricht oder Gehölze im Uferbereich) nicht ein einziges Brutpaar.