Das Projektpersonal von "Patches and Corridors". V.r.n.l.: Bernd Orlowski, Bernhard Theißen, Marietta Schmitz, Conny Zimmermann, Josef Wegge

LIFE Projekt "Trittsteine und Korridore"

LIFE15 NAT/DE/000745

Entwicklung eines Habitatnetzwerkes für den Blauschillernden Feuerfalter (Lycaena helle) zur Förderung einer sich nachhaltig etablierenden Metatopulation

(Patches & Corridors - Development of a habitat network for the Violet Copper to promote a sustainable metapopulation)

Am 1. Januar 2017 ist das EU Naturschutz Projekt „Trittsteine & Korridore“ von der Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V. auf den Weg gebracht worden. Unter dem Dach des EU Fördertitels LIFE reiht es sich ein in eine Riege von 38 weiteren, in diesem Jahr europaweit gestarteten LIFE Projekten. Das Vorhaben soll gefährdete Arten und Lebensräume in einer Reihe von Schutzgebieten der Nordeifel fördern. Die Leitart des Projektes ist ein europaweit gefährdeter Schmetterling, der Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle). Im Raum Monschau-Simmerath gibt es eine ganze Reihe von Vorkommen, die Dank bereits erfolgter Schutzmaßnahmen im Bestand gesichert sind. Diese Vorkommen sind aber oftmals sehr isoliert voneinander, es findet kein Austausch von Faltern zwischen diesen Beständen statt. Mittelfristig wird das ein Problem werden. Zunächst für einzelne Bestände und letztlich für die gesamte Population. Das LIFE Projekt wird gemäß seines Titels Trittsteinbiotope und Ausbreitungskorridore schaffen und optimieren. Das heißt konkret, bestehende Feuchtwiesen und Auwälder werden auf geeignete Art und Weise genutzt und für die heimische Natur ungeeignete Lebensräume werden umgewandelt. Davon profitieren viele heimische und seltene Pflanzen und Tierarten der Aue wie beispielsweise der Biber (Castor fiber) oder der Schwarzstorch (Ciconia niger)

Folgende Teilziele sollen erreicht werden:

- Vernetzung bestehender und potentieller Habitate des Blauschillernden Feuerfalters durch Entwicklung, Erweiterung und Optimierung natürlicher Wald- und Offenlandlebensräume der Auen, wie auetypische Laubwälder, Moorwälder, artenreiche Mähwiesen und feuchte Hochstaudenfluren.

- Sicherung bestehender, bisher nicht ausreichend geschützter Vorkommen des Blauschillernden Feuerfalters durch Grunderwerb.

- Einführung eines Lebensraum-Management in bestehenden und potentiellen Habitaten, das auf die ökologischen Ansprüche des Blauschillernden Feuerfalters abgestimmt ist.

- Bekämpfung von Neophyten zur Erhaltung feuchter Hochstaudenfluren und Auwälder durch Eliminierung des in Teilen des Projektgebietes eingedrungenen Drüsigen Springkrautes (Impatiens glandulifera).

Wesentliche Maßnahmen sind:

- Erfassung des Zustandes von Lebensraumtypen und Populationen des Blauschillernden Feuerfalters im Plangebiet über entsprechende Kartierungen

- Grunderwerb und/oder Pacht von Flächen, die einer Renaturierung und/oder einem Management unterworfen werden sollen

- Beseitigung von Fichtenforstbeständen aus den Bachauen

- Schaffung extensiven Grünlandes auf Schlagfluren durch Entfernung von Baumstubben und Mulchsaat

- Auszäunung bestehender und relevanter Feuchtgrünländer, Uferbereiche und Quellaustritte

- Wiedernutzung von Feuchtbrachen durch jahrweise alternierende, späte Mahd oder später extensiver Beweidung mit geringer Viehbesatzdichte

- Initiierung der Entstehung von Moor-, Schlucht- und Auwald über spontane Sukzession

- Optimierung von Auwaldstandorten zur Besiedelung durch den Blauschillernden Feuerfalter durch Entnahme einzelner Bäume und Initialpflanzung von Schlangenknöterich (Bistorta officinalis)

- Wiederansiedlung der Bergulme (Ulmus glabra) auf Schluchtwaldstandorten

- Bekämpfung des Neophyten Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera) durch konsequentes, mehrjähriges Ausrupfen

- Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der regionalen Bevölkerung für die Ziele des LIFE Programmes und des laufenden Projektes.

- Kampagne zur Aufklärung über Gefahren und Ausbreitungswege von Neophyten.

 

Was sind FFH-Gebiete, was ist Natura 2000?

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG) - kurz FFH-Richtlinie - der Europäischen Union von 1992 hat zum Ziel, die Artenvielfalt innerhalb der Europäischen Union durch den Erhalt natürlicher Lebensräume zu schützen. Schutzgebiete, die nach der FFH-Richtlinie ausgewiesen sind - so genannte FFH-Gebiete -, bilden zusammen mit nach der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesenen Gebieten das zusammenhängende europäische Schutzgebiets-Netz „Natura 2000“. Dieses Schutzgebietsnetz soll seltenen Tier- und Pflanzenarten ausreichend Lebensraum bieten, ihr Überleben sicherstellen und natürliche Lebensräume für nachfolgende Generationen erhalten.

LIFE zur Unterstützung von

Ein LIFE Projekt der

Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V.

und des

Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Gefördert durch das